Kategorien

Nahrungsergänzung im Herbst: Was ist sinnvoll?

Eine Auswahl an verschiedenen bunten Tabletten, Kapseln und Ölkapseln.

© amazing studio AdobeStock 492822594

Mit dem Herbst naht auch die Erkältungssaison, zudem nimmt das regionale Angebot an frischem Obst und Gemüse ab. Vitamine sind aber gerade jetzt ganz besonders wichtig für ein funktionierendes Immunsystem, allen voran Vitamin C. Die Abwehrkräfte brauchen jedoch auch verstärkt Zink und Vitamin D. Darüber hinaus sind B-Vitamine wichtig für den Energiestoffwechsel, für die Stimmung und die Abwehrkräfte. Vitamin A unterstützt ebenfalls das Immunsystem und die Schleimhäute. Ist es aufgrund des erhöhten Nährstoffbedarfs nun sinnvoll, zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen?

Vitamine über die Ernährung zuführen

Grundsätzlich lässt sich der Bedarf an Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen in unseren Breiten über eine ausgewogene Ernährung decken. B-Vitamine finden sich beispielsweise in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Auch regional lässt sich eine Auswahl an Wintergemüse mit viel Vitamin C finden, so zum Beispiel:

  • Grünkohl
  • Rotkohl
  • Pastinaken
  • Sauerkraut

Auch Äpfel sind gute Vitamin-C-Lieferanten. In Feldsalat steckt einiges an Vitamin C und Vitamin A, Karotten sind reich an Beta-Carotin, das vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird.

Es ist also auch im Winter machbar, den Nährstoffbedarf über die Ernährung zu erfüllen, wenn man weiterhin abwechslungsreiche Lebensmittel und vor allem ausreichend Obst und Gemüse auf den Speiseplan setzt. Bei einer ausgewogenen Ernährung sind zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel oft gar nicht nötig. Gerade im Fall von Vitamin C ist es außerdem so, dass der Körper ein Zuviel gar nicht speichern kann und einfach wieder ausscheidet. Eine höhere Dosierung, wie sie in Nahrungsergänzungsmitteln in aller Regel vorliegt, hat deshalb keinen höheren Nutzen. Umgekehrt ist es deswegen umso wichtiger, täglich für eine ausreichende Zufuhr des Vitamins zu sorgen.

Sonderfall Vitamin D

Ein spezielles Thema ist Vitamin D im Herbst. Der Körper stellt es grundsätzlich selbst her, benötigt dafür aber unbedingt Sonnenlicht. Über die Nahrung allein kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Gleichzeitig ist Vitamin D wichtig für die Abwehrkräfte. Der Körper kann Vitamin D zwar speichern, in der dunklen Jahreszeit sinkt der Spiegel jedoch immer weiter. Durch den Mangel an Sonnenlicht kann der Speicher nicht aufgefüllt werden. Deswegen ist es einerseits wichtig, hinaus in die Sonne zu gehen, wenn das Wetter mitspielt, und andererseits den Hausarzt auf den Bedarf an Vitamin D einmal anzusprechen. Hier kann die Nahrungsergänzung nämlich durchaus sinnvoll sein, um nicht in eine Unterversorgung zu geraten und damit auch anfälliger für Infektionen zu werden.

Nahrungsergänzung mit dem Hausarzt besprechen

Die Rücksprache mit dem Hausarzt ist in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel in jedem Fall hilfreich, denn welche Nährstoffe der Körper gerade womöglich auch verstärkt braucht, kann sehr individuell sein. So kann es zum Beispiel für Vegetarier oft wichtig sein, Vitamine über Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen, die andere Menschen über den Konsum von tierischen Lebensmitteln aufnehmen. Auch die Lebensumstände können Nahrungsergänzung sinnvoll machen, beispielsweise eine Schwangerschaft oder auch eine darauf folgende Stillzeit. Bevor die ersten Erkältungswellen anstehen, kann man sich also noch einmal beraten lassen.

Vorsicht vor Überdosierung

Sichergehen zu wollen, dass der Körper auch im Herbst mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt ist, ist ein wichtiges Anliegen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist jedoch die Dosierung zu beachten. In entsprechenden Produkten liegen die Nährstoffe normalerweise in deutlich höheren Konzentrationen vor, als man sie gewöhnlich über die Nahrung aufnehmen würde. Vor allem bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum hinweg kann eine Überdosierung die Folge sein. Diese stellt sich noch schneller ein, wenn man die entsprechenden Nährstoffe bereits über die Nahrung aufnimmt und dann über entsprechende Präparate noch einmal zusätzlich zuführt. Ein Beispiel dafür ist Zink, ein Nährstoff, der wichtig für das Immunsystem ist und deswegen gerade im Herbst vermehrt Beachtung findet, dessen Überdosierung jedoch Folgen nach sich ziehen kann. Dazu gehören:

  • Magenkrämpfe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen

Der Grundsatz "viel hilft viel" greift hier in dieser Form leider nicht. Ganz im Gegenteil: Überdosierungen können sogar gefährlich werden. Auch deswegen ist es sinnvoll, den Rat des Hausarztes einzuholen.

Bei Vitaminen kommt es auf die passende Auswahl an. Bringen Sie Ihre Fragen gern mit in die Apotheke. Wir schauen gemeinsam mit Ihnen, was sinnvoll ist und was Sie sich sparen können.