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Erkältung oder Grippe: Unterschiede richtig erkennen

Ein junger Mann, in eine Decke gehüllt, niest in ein Taschentuch und hält ein Thermometer.

© Anastasiya AdobeStock 1974930067

Husten, Schnupfen, Halsweh und Erschöpfung sind typisch für eine Erkältung, aber auch eine Grippe verursacht diese Beschwerden. Wie lässt sich also besser einschätzen, ob eher eine Erkältung oder eine echte Grippe vorliegt? Beginn und Schweregrad liefern wichtige Hinweise.

Erkältung, grippaler Infekt, Grippe: Die Viren machen den Unterschied

Während die Begriffe Erkältung und Grippe im Alltag oft deckungsgleich verwendet werden, liegt ein wesentlicher Unterschied in ihrer Virusart.

Eine Erkältung (grippaler Infekt) selbst kann von unterschiedlichen Viren verursacht werden. Hinter einer Infektion können mehr als 200 Viren stecken. Die häufigsten sind jedoch Rhinoviren. Andere typische Auslöser für eine Erkältung sind Adenoviren und saisonale Coronaviren.

Eine Grippe wird dagegen von sogenannten Influenzaviren ausgelöst. Die Erreger unterteilen sich dabei in drei verschiedene Virustypen: Influenza A, B und C. Influenzaviren sind besonders wandlungsfähig, insbesondere der Typ A. Diese Eigenschaft (Mutagenität) erklärt auch, weshalb jedes Jahr eine neue Grippesaison auftritt.

Der Krankheitsbeginn ist ein wichtiger Hinweis

Eines haben Erkältungs- und Grippeviren schon mal gemeinsam: Sie verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und Aerosole in der Luft. Die Ansteckung erfolgt über Husten, Niesen oder Sprechen. Das Risiko, angesteckt zu werden, steigt immer dann, wenn sich Menschen länger in geschlossenen und schlecht gelüfteten Räumen aufhalten. Der Virustyp selbst ist dabei mit bloßem Auge nicht identifizierbar.

Dennoch gibt es einen markanten Hinweis, der sich zur Unterscheidung heranziehen lässt. Zwischen einer Erkältung und einer Grippe lässt sich meist danach differenzieren, wie schnell die Erkrankung aufgetreten ist. 

Eine Erkältung kündigt sich dabei meist sehr langsam an. Die ersten Symptome sind ein Kratzen im Hals oder eine laufende Nase. Später kommen oft andere hinzu. Über ein bis zwei Tage verstärken sich die Beschwerden allmählich. 

Bei einer Grippe zeigen sich die Symptome in der Regel jedoch rapide und sehr heftig. Innerhalb weniger Stunden fühlt man sich völlig matt, was unter anderem dem Fieber geschuldet ist. Viele Betroffene sehnen sich nur noch ins Bett.

Erkältung oder Grippe: Die Beschwerden im Überblick

Symptome bei einer Erkältung (grippaler Infekt)

Bei einer Erkältung verändern sich die Beschwerden oft im Verlauf und fallen im Vergleich zur Grippe eher mild aus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nase und Rachen. Nach anfänglichem Halskratzen und/oder Schnupfen folgt häufig ein Husten, der mit der Zeit an Stärke zunehmen kann.  

Erkältungssymptome sind:

  • Niesen
  • Halskratzen 
  • Halsschmerzen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Husten
  • leichte Kopf- und Gliederschmerzen
  • manchmal erhöhte Temperatur

Meist klingt die Erkältung innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab. Gereizte Schleimhäute brauchen manchmal jedoch etwas mehr Genesungszeit. Daher kann Husten etwas länger anhalten. 

Symptome bei einer Grippe

Bei einer Grippe wird das Immunsystem stärker in Mitleidenschaft genommen. Die Immunantwort auf das Eindringen von Influenzaviren in den Körper kann mitunter stark ausfallen. Zu Atemwegsbeschwerden treten dabei oft Muskel-, Gelenk- und Kreislaufbeschwerden auf.

Typische Grippesymptome sind:

  • plötzliches Krankheitsgefühl
  • Fieber 
  • Schüttelfrost
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • trockener Reizhusten
  • Halsschmerzen
  • starke Müdigkeit und Schwäche

Auch Schnupfen kann auftreten, jedoch in schwächerer Form als bei einer Erkältung.

Bei einem unkomplizierten Verlauf klingt eine Grippe wie eine Erkältung nach ein bis zwei Wochen ab. Da das Schwächegefühl und der Husten etwas länger dauern können, sollte die Belastung jedoch nur langsam gesteigert werden. 

Eine Grippe kann in einigen Fällen außerdem einen schweren Verlauf annehmen. Das passiert meist dann, wenn schützende Immunzellen infolge einer starken Immunantwort verloren gehen. Da hierbei auch die Abwehr der Lunge geschwächt werden kann, ist eine rasche medizinische Behandlung wichtig, um lebensbedrohliche Komplikationen früh zu erkennen.

Grippeimpfung zum Schutz vor schweren Verläufen

Während es gegen die vielen Erkältungsviren keine allgemeine Impfung gibt, ist es möglich, sich gegen Influenza jährlich zu impfen. Dabei verhindert eine Grippeimpfung vielleicht nicht immer eine Ansteckung, aber sie kann das Risiko für schwerwiegende Verläufe und Komplikationen senken.

Eine Grippeimpfung ist besonders für Risikogruppen ein wichtiger Schutz. Hierzu gehören Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Erkrankte und medizinisches Personal. Auch enge Kontaktpersonen können von der Impfung profitieren.

Erkältung oder Grippe? Wenn Sie Ihre Beschwerden besser einordnen möchten oder Fragen zur Grippeimpfung haben, sind wir in der Apotheke gern persönlich für Sie da.