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Ein verstauchtes Handgelenk richtig behandeln

Nahaufnahme, wie eine weiße Mollbinde um Handgelenk und Hand gewickelt wird.

© Kristin Gründler AdobeStock 46691747

Beim Sport kommen kleine Verletzungen öfter einmal vor, doch die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Gerade die Handgelenke werden schnell in Mitleidenschaft gezogen, wenn man sich zum Beispiel bei einem Sturz abfangen will. Die richtigen Sofortmaßnahmen sind dann von der Art der Verletzung abhängig.

Verstauchung oder nicht?

Ein Klassiker bei den Verstauchungen ist der verstauchte Knöchel, oft durch Umknicken mit dem Fuß. Verstauchungen des Handgelenks kommen jedoch ebenfalls häufig vor. Sie können die Folge von Stürzen sein, aber auch dann auftreten, wenn man eine ruckartige Bewegung gemacht hat, zum Beispiel beim Wegschlagen oder Werfen eines Balls. Grundsätzlich ist die Verstauchung das Resultat einer Überdehnung oder Zerrung der Bänder. Deren Aufgabe ist es, das Gelenk zu stabilisieren; wird ein Gelenk weiter bewegt, als der normale Bewegungsradius es vorsieht, kommt es zur Zerrung oder Überdehnung. Die Bänder können auch angerissen sein; darüber hinaus kann eine Verstauchung die Gelenkkapsel in Mitleidenschaft ziehen.

Eine solche Verstauchung, in der medizinischen Fachsprache Distorsion genannt, macht sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Schmerzen, die sich verstärken, wenn man das Gelenk belastet oder Druck ausübt
  • Möglicherweise Einschränkung der Beweglichkeit
  • Bluterguss
  • Schwellung

Diese Symptome können auch bei anderen Beeinträchtigungen der Bänder vorkommen, beispielsweise wenn Bänder komplett gerissen sind. Zudem können bei leichten Verstauchungen die Schmerzen weniger stark ausfallen oder auch verzögert auftreten. Deswegen kann es passieren, dass die Distorsion erst nach einigen Tagen entdeckt wird, weil sich Schmerzen oder auch eine Instabilität des Gelenkes dann erst bemerkbar machen.

Erste Hilfe bei Verletzungen

Unmittelbar nach einer Verletzung des Handgelenkes reagiert man am besten, indem man nach der sogenannten PECH-Regel vorgeht. Die Buchstaben stehen für:

  • P: Eine Pause machen, das verletzte Gelenk ruhigstellen
  • E: Eis bzw. kühlen, z. B. mit einer Kühlkompresse
  • C: Compression, also Kompression, meint in diesem Fall das Anlegen eines festen Verbands
  • H: Hochlagern

Hält man sich an dieses Vorgehen, ist bereits ein wichtiger Schritt zur Behandlung getan. Einen bis zwei Tage sollte man das Gelenk dann in jedem Fall schonen. Danach ist es jedoch ebenso sinnvoll, es sanft wieder zu bewegen, aber nur in dem Rahmen, in dem es schmerzfrei möglich ist. Durch angepasste Bewegung wird sichergestellt, dass das Gelenk weiterhin beweglich bleibt.

Welche Art der Verletzung genau vorliegt, lässt man sicherheitshalber vom Arzt feststellen. Bei der Diagnose einer Gelenkverletzung wird in aller Regel das Gelenk abgetastet und bewegt, um festzustellen, ob die Bewegung Schmerzen verursacht oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Um einen Bruch auszuschließen, kann ein Röntgenbild angefertigt werden.

Schonen bis zur Heilung

Bei einer Verstauchung hat man in aller Regel Glück gehabt und sie heilt innerhalb von einigen Wochen wieder ab. Bis Schmerz und Schwellungen nachlassen, dauert es oft sogar nur ein paar Tage. Dennoch hängen die Dauer der Heilung und die Behandlung von der Schwere der Verstauchung ab. Bei einer leichten Verstauchung reichen elastische Binden, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, die als Tablette oder Gel angewendet werden können, und die Schonung des Gelenkes. Bei einer schwereren Verstauchung kann unter Umständen eine Schiene angelegt werden, um das Gelenk ruhigzustellen. In jedem Fall sollte man es schonen, bis die Verletzung wieder vollständig ausgeheilt ist. Schonung bedeutet jedoch keine vollständige Bewegungslosigkeit, sondern die bereits angesprochene angepasste Bewegung, soweit dies möglich ist. Werden Gelenke zu lange komplett ruhiggestellt, besteht letzten Endes auch die Gefahr des Muskelabbaus.

Kann man Verstauchungen selbst behandeln?

Grundsätzlich kann eine leichte Verstauchung selbst behandelt werden. Unbedingt zum Arzt sollte man dann, wenn Schmerzen nicht abnehmen oder sogar zunehmen, Schwellungen nicht zurückgehen und natürlich wenn Gelenke verdreht sind, also einen unnatürlichen Winkel einnehmen. Auch wenn das Gefühl im Handgelenk beeinträchtigt ist, ist der Gang zum Arzt wichtig. Zudem kann eine sichere Diagnose nur vom Arzt gestellt werden, da sich die Verstauchung nicht unbedingt nur anhand der Symptome sicher diagnostizieren lässt.

Ein verstauchtes Handgelenk braucht die richtige Unterstützung. Lassen Sie sich in unserer Apotheke gern zu Kühlung, Bandagen und der passenden Anwendung beraten.